In Wettbewerben werden in der Regel Flugmanöver vorgegeben, die vom Modellflugpiloten vollzogen werden müssen, um hierfür eine bestimmte Wertung, z.B. in Form von Punkten und Punktsummen zu erhalten. Des Weiteren kann es in anderen Wettbewerbsarten ausschlaggebend sein, bestimmte Flugmanöver perfekt zu beherrschen, um eine möglichst hohe Wettbewerbs-Wertung zu erhalten. Nachfolgend sind ein paar Wettbewerbe aufgeführt, bei denen Flugmanöver mit dem Modell eine wesentliche Rolle spielen:
In der Klasse F3C sind sowohl Hubschraubermodelle mit Elektroantrieb, als auch mit Verbrennungsmotor freigegeben. Es gibt verschiedene Ligen, z. B. Deutsche Bundesliga, sowie den Deutschen Sportpokal. Darüber hinaus werden in dieser Klasse auch Weltmeisterschaften ausgetragen. Im Jahr 2009 fanden diese auf dem AMA Headquarter (Academy of Model Aeronautics) in Muncie (USA) statt.
In dieser Pflichtfigurenklasse müssen nachfolgende Flugmanöver geflogen werden:
Bei der Pflichtfigurenklasse F4H handelt es sich um eine Wettbewerbsart, die vom Schweizer Modellflugverband abgehalten wird und für die lediglich Scale-Modelle zugelassen sind, die von Elektro-, Kolbenverbrenner-/Turbinenmotoren angetrieben werden. Der Wettbewerb unterteilt sich dabei in zwei Bewertungsdisziplinen: Zum Einen findet eine Baubewertung des Modells statt, mit dem der Teilnehmer zum Wettkampf angetreten ist. Dabei sollte das Modell, das in seinem Aussehen einem bestimmten manntragenden Helikopter nachempfunden wurde, in möglichst vielen Details übereinstimmen. Hierfür muss der Teilnehmer dem Wettkampfgericht Abbildungen des Vorbildes, sowie Farbnachweise und Fluggeschwindigkeitsnachweise aushändigen. Die zweite Prüfungsdisziplin beinhaltet bestimmte Flugmanöver, die sich aus einem Pflichtprogramm und einem Wahlprogramm zusammensetzen und für die keine elektronischen Stabilisierungssysteme benutzt werden dürfen. Diese sind im Einzelnen:
Die Wahlfiguren wiederum setzen sich aus nachfolgenden Flugmanövern zusammen:
Neben den Flugmanövern werden dabei auch das Flugbild und insbesondere das dem Vorbild nachzuempfindende Flugverhalten bewertet. Die Schwierigkeit für den Teilnehmer besteht darin, ohne Nutzung von elektronischen Stabilitäts- und Fluglagenhilfen das bis zu 29kg schwere Modell bei einem meist maschinell bedingten Leistungsüberschuss der Antriebseinheit so feinfühlig zu bewegen, dass es dem sehr trägen Flugverhalten des Vorbildes entspricht. Bewertet wird folglich die Vorbildtreue im Flug:
Der Teilnehmer muss bei der Auswahl der Wahlflugfiguren dabei nachweisen, dass und wie diese dem Vorbild entsprechen.
In der Klasse F5C sind lediglich Flugmodelle mit Elektromotor zugelassen. Des Weiteren müssen lediglich 6 der insgesamt 18 Flugfiguren der F5C-Klasse geflogen werden, jedoch mindestens 2 von jeder Liste. Somit können jeweils 3 beliebige Figuren aus der Liste 1 und 2, oder 4 Figuren aus der einen und 2 aus der anderen gewählt werden.
Die Liste 1 der F5C-Klasse beinhaltet ausschließlich Schwebe-Figuren.
In der Liste 2 der F5C-Klasse sind die Kunstflug-Figuren aufgeführt.
Relativ neu sind Wettbewerbsveranstaltungen, in denen die Endgeschwindigkeiten der Flugmodelle miteinander konkurrieren. Eine solche Veranstaltung kann sich dabei in mehrere Wettbewerbsarten unterteilen:
Bei den Dragraces treten zwei oder mehrere Kontrahenten gleichzeitig gegeneinander an und müssen im Rahmen der Wettkampfvorgaben eine bestimmte Strecke mit dem Modell zurücklegen. Derjenige, der diese Strecke zuerst mit seinem Modell zurückgelegt hat, ist der Gewinner. Dabei muss nicht zwingend eine Gerade als Wettbewerbsstrecke geflogen werden - der Wettbewerbsrahmen kann auch mehrere Streckensegmente, die unterschiedlichen Figuren beinhalten können, vorgeben, die nacheinander abgeflogen werden müssen. In diesem Fall gilt es die Geschwindigkeit so dosiert einzusetzen, dass möglichst schnell die Streckenabschnitte absolviert werden, ohne durch zusätzliche Brems- oder Driftwege Zeit oder zusätzliche Strecke zurückzulegen. Denkbar sind somit auch zwei Rennsegmente in gegensätzlicher Richtung; die Kontrahenten fliegen hier z. B. bis zu einer Pylone oder einer anderen Wegmarkierung, vollziehen eine enge Kurve, oder bremsen und drehen dann das Modell in die entgegengesetzte Flugrichtung, um dann dort das Ziel zu erreichen.
Bei dieser Wettbewerbsart treten die Kontrahenten in der Regel nacheinander zum Fliegen an und müssen Ihr Modell an einem bestimmten (Mess-)Punkt so schnell wie möglich beschleunigt haben, da an diesem Punkt eine Geschwindigkeitsmessung vollzogen wird. Meistens hat der Pilot die Möglichkeit, eine limitierte Anzahl an Flugversuchen zu unternehmen - am Ende wird die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt, die eine Reihung der Kontrahenten zulässt. Als hervorragendes Flugmanöver für einen guten Geschwindigkeitsaufbau hat sich der Turn oder der Messerflug erwiesen, der am Anfang und am Ende des Wettbewerbsversuches steht. Da beide Flugmanöver auch einen Sturzflug beinhalten, kann hier viel Geschwindigkeit aufgebaut werden, die im Idealfall am Messpunkt die Höchstgeschwindigkeit (Vmax) beträgt. Mit entsprechend ausgestatten Modellen lassen sich Geschwindigkeiten von über 230 km/h erreichen.
Indoorparcours sind mit Pylonracing vergleichbar. Jedoch befinden sich die Streckensegmente in einem Gebäude bzw. einer großen Halle. Indoorfliegen hat den großen Vorteil, dass es wetterunabhängig ist und auch keine Winde das Flugverhalten des Modellhubschraubers negativ beeinflussen. Jedoch erfordern Indoorparcours auch besseres fliegerisches Können, da nicht nur die Hallendecke die Flughöhe begrenzt, sondern sich auch viele Zuschauer nahe am Geschehen befinden. Bei einigen Indoor-Wettbewerben ist jedoch nicht ausschließlich die Zeit zur Bewältigung des Parcours ausschlaggebend, sondern vielmehr die exakte Ausführung der vorgebenden Flugfiguren in der richtigen Reihenfolge innerhalb der vorgegebenen Flugstrecke.
Rescue Cups werden in der Regel mit Koaxialhubschraubern der Mini-Klasse geflogen. An diese Helis wird ein bestimmter Aufbau angebracht, die so genannte Rescue-Unit, die die fünf Funktionen für das Löschen und Retten mittels eines weiteren onboard befindlichen, leichten Micro-Servomotors aktivieren kann. Für das Löschen wird ein unter Spannung stehendes Gummiband abgeschossen - für das Retten müssen an einem Faden befindliche, magnetische Kegelchen platziert oder aufgenommen werden. Für die Aufgabenstellung des Cups ist zudem ein Modellhochhaus mit vier Öffnungen innerhalb einer dort aufgemalten Fensterfront und mittlerweile auch noch ein Modell-Krankenhaus erforderlich. Die Schwierigkeit dieses Cups besteht darin, sich nicht nur auf die Fluglage des Helis konzentrieren zu müssen, sondern auch auf die Position im Verhältnis zum Modellgebäude und auf die Position mitgeführter oder aufzunehmender Gegenstände. Die Flugmanöver des Rescue-Cups sind dabei wie folgt vorgegeben:
- Start von der Rettungsbasis zur Hochhaus-Fensterfront
- Löschen der "Feuer" in den offenen Fenstern des Hochhauses durch das Abschießen von Gummibändern
- Rückflug zur Rettungsbasis, Landung und Aufnahme eines Retters
- Anflug zum Hochhaus sowie Abseilen des Retters über dem Dach des Hochhauses
- Platzierung des am Seil befindlichen Retters in einer Dachluke des Hochhauses und Aufnahme einer zu evakuierenden Person
- Absetzen des Retters sowie der evakuierten Person im Krankenhaus
- Eine weitere Person vom Dach des Hochhauses retten
- Absetzen dieser weiteren evakuierten Person vor dem Krankenhaus
- Rückkehr zur Rettungsbasis und Auftanken.
Im Anschluss werden die festgelegten Punkte für absolvierte Aufgaben addiert.
Neben dem Rettungsszenario "Hochhaus" soll in naher Zukunft auch das Szenario "Berg" (Mountain-Rescue) sowie "Wasser" (Sea-Rescue) für Abwechslung in diesen Wettkämpfen sorgen.
Eine Sonderform der Flugmanöver mit dem Modellheli sind die Helistunts. Dabei werden bewusst erschwerende Umstände in Kauf genommen, um besondere Situationen mit dem Heli zu bestehen und insbesondere dann mit professionell geflogenen Flugmanövern das Modell von einem Absturz oder Totalverlust zu bewahren. Manchmal bedarf es auch bestimmter Flugmanöver, um das Flugmodell überhaupt in eine bestimmte Ausgangsposition zu bekommen, von dem aus der Stunt eingeleitet wird. In der Modellflugszene haben sich besonders rund um diese ungewöhnlichen Flugmanöver die Stunt-Leute (auch Stunt-Piloten genannt) von Heligraphix hervorgetan, die hier beispielhaft angeführt folgende Stunts, die sie selber als "Madness" bezeichnen, mit Modellhelis durchgeführt haben:
- Dragraces gegen ICE-Zug, Sportboot und Propellerboot
- Kunstflug zweier gegeneinander gebundener Helikopter
- Eiskunstlauf eines Helis
- Flug durch Wasserstrahl eines Feuerwehrschlauchs
- Fütterung eines Kamels und eines Kaimans mit dem Heli
- Wüstendünenskiing und Hauswandskiing mit dem Heli
- Start an einer vertikalen Wand
- Landung kopfüber an der Decke
- Rotortennis und Rotortischtennis
- Skateboarding mit Heliantrieb
- Flug auf Truckladefläche während der Fahrt
- World Scenic Flights
Für die nachfolgend aufgeführten Stunts auf Basis von Kunstflugmanövern ist Heligraphix Weltrekordinhaber:
- Dezember 2002: Erste Deckenlandung der Welt
- März 2004: Höchste g-Belastung eines R/C-Helis: über 50 g
- April 2004: Erster Wandstart der Welt
- Juni 2005: Erste Wandlandung der Welt
- September 2005: Erster raketengetriebener Helikopter
- 2007/2008: "World Scenic Flights" - Mit dem Modellhubschrauber die Welt umrunden, das bisher größte Projekt der Modellsportgeschichte